Golfausrüstung 2026 – die größten Gesprächsthemen des Sommers

Der Golfsommer 2026 war heiß. Der große Durchbruch des Mini-Drivers ist inzwischen Tatsache, Schläger mit hohen Lofts verschieben die Grenzen dessen, was ein Fairwayholz sein kann, und in der Putter-Welt wird weiter damit experimentiert, wie wir zielen. Gleichzeitig hat uns die Tour bereits einen Vorgeschmack darauf gegeben, was als Nächstes kommt.

Hier sind 6 Ausrüstungstrends, die in diesem Sommer kaum zu übersehen waren.

1. Der Mini-Driver – ein Golfschläger, der gekommen ist, um zu bleiben

Was viele anfangs als etwas ungewöhnliche Zwischenlösung zwischen Driver und Fairwayholz betrachteten, hat inzwischen deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen. Der Mini-Driver bietet die Möglichkeit, viel von der Geschwindigkeit und Länge eines Drivers zu behalten. Durch den kürzeren Schaft und den kleineren Schlägerkopf lässt er sich vom Tee jedoch leichter kontrollieren. Und im Sommer 2026 haben mehr Spielerinnen und Spieler als je zuvor einen Mini-Driver ins Bag genommen.

Der neue GTS300 von Titleist ist vielleicht das deutlichste Beispiel. Mit einem Volumen von 305 Kubikzentimetern ist der Schlägerkopf tatsächlich größer als beim Vorgänger GT280. Gleichzeitig wurde der Schwerpunkt tiefer im Schlägerkopf positioniert, um bei nicht mittig getroffenen Bällen mehr Stabilität zu bieten. Das Modell war im Frühjahr häufig auf der Tour zu sehen, bevor es im Juli für uns Golfer auf den Markt kam.

Wenn es um Metalwoods und Driver geht, war in diesem Sommer vor allem die GTS-Serie von Titleist ein großes Gesprächsthema. Zum einen wegen der neuen Technologie, zum anderen weil die Marke ihre Markteinführungen vorgezogen hat: Statt wie früher im September kommen die Neuheiten nun mitten in der Hochsaison.

2. Neue Werkzeuge für die langen Schläge

Nicht nur der Mini-Driver stellt die traditionellen Rollen der Schläger im Bag infrage. Auch lange Schläge ins Grün sollen deutlich einfacher werden.

Callaways Quantum Mini Spinner ist eine der unkonventionelleren Neuheiten dieses Sommers. Er ist als kleineres, kürzeres und stärker auf Spin ausgelegtes Fairwayholz konstruiert und mit 21, 24 und 27 Grad Loft erhältlich. Der Schaft ist 0,75 Inch kürzer als bei einem traditionellen Fairwayholz, während die Konstruktion für mehr Spin und einen höheren Ballflug entwickelt wurde. Der Ball soll nach der Landung also schnell zum Liegen kommen.

Vor allem 7er-, 9er- und 11er-Hölzer übernehmen hier eine neue Rolle. Statt bei schwierigen Distanzen automatisch zu einem langen Eisen oder Hybrid zu greifen, fragen sich immer mehr Golferinnen und Golfer, ob ein Holz mit höherem Loft die Aufgabe nicht besser lösen kann.

Dieser Trend sagt einiges über das moderne Golfbag aus: Es geht immer weniger darum, welche Art von Schläger man spielt – und immer mehr darum, welcher Schläger die jeweilige Aufgabe tatsächlich am besten erfüllt.

Interessanterweise sehen wir auch auf den Profi-Touren immer mehr Metalwoods mit hohen Lofts – sowohl für strategische Abschläge vom Tee als auch für hohe Schläge ins Grün.

3. Die Tour zeigt die nächste Generation, bevor wir sie testen können

Apropos Tour: Das Faszinierendste in der Welt der Golfausrüstung ist oft das, was man noch gar nicht kaufen kann. Über die Profis haben die Hersteller die Möglichkeit, zukünftige Modelle unter realen Wettkampfbedingungen zu testen. Und dieser Sommer hat uns einige Hinweise darauf gegeben, was als Nächstes kommt.

Srixon hatte beispielsweise neue ZXi-Prototypen auf der Tour im Einsatz. Hideki Matsuyama wechselte bereits im Juni zu einem ZXi RKT LS+ Driver, und auch bei anderen Spielern wurden Modelle aus derselben Entwicklungsarbeit gesichtet.

Für echte Ausrüstungsfans beginnt vielleicht genau hier der wirklich spannende Teil – und wir haben bereits einen Vorgeschmack darauf bekommen, dass von Srixon interessante neue Modelle zu erwarten sind, sowohl bei den Metalwoods als auch bei den Eisen.

4. Der Putter wird immer persönlicher

Bei der Entwicklung von Puttern geht es längst nicht mehr nur darum, einen stabileren Schlägerkopf zu konstruieren. Immer stärker rückt in den Fokus, was der Spieler sieht und wie er den Putter auf das Ziel ausrichtet.

Pings neuer Scottsdale TEC ist ein gutes Beispiel dafür. Die Serie führt das Eye Q Alignment ein und erhielt durch Wyndham Clark zudem spektakuläre Aufmerksamkeit auf der Tour. Er spielte einen Scottsdale TEC Ally Blue Onset, als er die CJ Cup Byron Nelson gewann – ein Turnier, bei dem er laut Strokes Gained: Putting mit dem Putter mehr als 12,5 Schläge besser als das Feld war. Im Juni unterzeichnete Clark anschließend einen Vertrag, exklusiv den Scottsdale TEC zu spielen. Kurz darauf gewann er seine zweite US Open.

TaylorMade setzt seine beliebte Spider-Serie mit dem ZT Max fort. Das neue Modell baut auf der sogenannten Toe-up-Konstruktion auf und kombiniert diese mit einem größeren Kopf und einem höheren Trägheitsmoment. Das Modell ist außerdem als Standard-, Counterbalance- und Long-Version erhältlich.

Allen Entwicklungen gemeinsam ist, dass der Putter immer individueller wird. Es geht längst nicht mehr nur um Blade oder Mallet, sondern darum, wie Form, Balance, Ausrichtungshilfen und Gewichtsverteilung des Putterkopfes zum jeweiligen Spieler und zur jeweiligen Spielerin passen – und damit genau zu der Person, die über dem Ball steht.

5. Das Wedge kehrt zu seinen Wurzeln zurück

Es kommt nicht oft vor, dass ein altes Wedge neues Leben eingehaucht bekommt und sich gleichzeitig hochaktuell anfühlt. Doch im Sommer 2026 hat Cleveland Golf die Ausrüstungsnostalgie neu entfacht. Roger Cleveland, der Gründer des Unternehmens, dessen Name zum Synonym für modernes Wedge-Design wurde, ist zurückgekehrt. Und es ist schwer, sich einen besseren Weg vorzustellen, dieses Comeback zu markieren, als das Modell wieder aufzugreifen, das einst die Definition eines Wedges mitprägte.

Das ursprüngliche Cleveland Wedge 588 kam 1988 auf den Markt und wurde zu einem der einflussreichsten Schläger der Golfgeschichte. Der tropfenförmige Kopf, die charakteristische Toe-Form und die Möglichkeit, unterschiedliche Lofts und Bounce-Varianten zu kombinieren, wurden zur Blaupause für das Design eines modernen Tour-Wedges. In diesem Jahr wurde der Name 588 wiederbelebt. Beim RTZ 2 kombiniert Cleveland die Form und den Grind des Originals mit dem heutigen Z-Alloy-Material und Technologien wie ZipCore, HydraZip und UltiZip. Neben dem 588 Grind wird der RTZ 2 mit vier weiteren Grinds angeboten – damit jeder für jede Situation das passende Werkzeug finden kann.

Cleveland ist nicht die einzige Marke, die ihre Wedges konsequent weiterentwickelt. TaylorMade hat Hi-Toe 5 vorgestellt, die nächste Generation einer Modellfamilie, die in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten geworden ist – sowohl auf der Tour als auch im Heimatclub.

6. Der Golfschuh spaltet die Meinungen

Wenn man sich die aktuellen Golfschuhe ansieht, könnte man leicht glauben, die Zukunft sei komplett spikeless. Und tatsächlich haben die sportlicheren Modelle stark an Bedeutung gewonnen. Der Adidas CODECHAOS 27, der im Juli auf den Markt kam, ist mit seiner spikelosen Konstruktion, dem Fokus auf Grip und seiner ausgeprägt athletischen Silhouette ein gutes Beispiel für diese Entwicklung.

Gleichzeitig wäre es jedoch falsch, die klassischen Modelle abzuschreiben. Im Gegenteil: Das Premiumsegment ist weiterhin stark. So zeigt beispielsweise FootJoys aktualisierte Premiere Series, dass die traditionelle Golfschuhästhetik ihre Rolle noch lange nicht ausgespielt hat

Vielleicht ist genau das der interessanteste Schuhtrend im Moment: Es gibt etwas für jeden Geschmack. Auf der einen Seite stehen Sneaker-inspirierte Schuhe mit leichterer Konstruktion und spikelosen Sohlen. Auf der anderen Seite finden sich traditionellere Modelle, häufig mit austauschbaren Spikes und stärkerem Halt. Beide haben ihren festen Platz bei modernen Golferinnen und Golfern – und letztlich entscheiden eher der Stil des Spielers, der Platz und das eigene Spiel darüber, welchen Weg man wählt.

Die richtige Ausrüstung für die richtige Aufgabe

Wenn uns der Sommer 2026 eines gezeigt hat, dann, dass das Golfbag immer persönlicher wird. Mini-Driver, Hölzer mit hohen Lofts und neue Putter-Konstruktionen stellen alte Vorstellungen davon infrage, welche Schläger wir „spielen sollten“. Letztlich geht es weniger darum, was gerade im Trend liegt – sondern vielmehr darum, welche Schläger dir auf dem Platz tatsächlich helfen.

Bist du neugierig, ob eine der diesjährigen Neuheiten zu deinem Spiel passt? Sprich mit deinem Golfstore-Pro und finde heraus, welche Ausrüstung am besten zu dir passt.