In den vergangenen Jahren ist das, was früher als „funky“ Design galt, zum größten Trend auf der Tour geworden. Wir haben uns mit Philip Coles, Golfstore-Pro im Golf Sport Park Groß-Zimmern, zusammengesetzt, um die Begriffe hinter den neuen Putter-Trends zu erklären – und herauszufinden, wie du die perfekte Balance für deinen eigenen Stroke findest.
Wenn du in letzter Zeit professionelles Golf verfolgt hast, ist dir sicher aufgefallen, dass die Schläger auf dem Grün heute anders aussehen als früher. Die klassischen, schmalen Blade-Putter weichen immer häufiger hochtechnologischen Konstruktionen mit futuristischen Formen. Dabei geht es nicht um die Optik, sondern um Physik – und um den Versuch, die vielleicht schwierigste Aufgabe im Golf zu lösen: den Schlägerkopf im Treffmoment absolut rechtwinklig – also square – zum Ball auszurichten.
Philip beginnt damit, die drei technischen Begriffe zu erklären, die die Putter-Welt aktuell prägen.
Putter-Lexikon: Was bedeutet das eigentlich?
Toe-Hang: Wenn du den Putter waagerecht auf deinem Finger ausbalancierst, zeigt die Spitze des Schlägerkopfs (Toe) nach unten zum Boden. Diese Konstruktion hat eine natürliche Tendenz zur Rotation. Während des Rückschwungs öffnet sich die Schlagfläche, und auf dem Weg zum Ball schließt sie sich wieder.
Face-Balanced: Wenn du den Schläger waagerecht ausbalancierst, zeigt die Schlagfläche gerade nach oben. Dieser Puttertyp wurde entwickelt, um die Rotation der Schlagfläche zu minimieren, und wurde traditionell Spielerinnen und Spielern empfohlen, die eine möglichst gerade Puttbewegung anstreben.
Das aktuell wohl meistdiskutierte Thema ist jedoch Zero Torque (auch Lie Angle Balance genannt).
– Das ist momentan wirklich das Gesprächsthema Nummer eins“, erklärt Philip Coles. „Wenn du einen Zero-Torque-Putter mit dem Schaft parallel zum Boden in den Händen hältst, kippt er in keine Richtung. Du kannst ihn in praktisch jedem Winkel positionieren, und er bleibt dort. Der Putter ist vollständig ausbalanciert – du Durch eine präzise Gewichtsverteilung im Schlägerkopf, abgestimmt auf Schaftlänge und Lie-Winkel.
Das Ziel von Zero Torque ist es, jegliches Drehmoment zu eliminieren. Ein traditioneller Putter neigt während der Bewegung dazu, zu kippen oder sich zu verdrehen, sofern der Spieler oder die Spielerin nicht aktiv mit den Händen gegenhält. Ein Zero-Torque-Putter hingegen ist so konstruiert, dass die Schlagfläche während der gesamten Puttbewegung automatisch rechtwinklig (square) zur Schwungebene bleibt – ganz ohne aktiven Handeinsatz.
– Allerdings hat jeder einen individuellen Bogen in seinem Stroke, denn die Regeln erlauben uns keinen Lie-Winkel von 90 Grad. Deshalb ist Zero Torque nicht automatisch für jeden die richtige Lösung. Viele Spieler brauchen Unterstützung dabei, den Schläger durch den Treffmoment zu schließen und den Ball auf der gewünschten Linie zu starten – und für sie passt mehr Toe-Hang besser, sagt Philip.