Auf einer tieferen Ebene gewinnen
Sie ist gegen Annika Sörenstam angetreten und hat als Spielerin auch selbst Erfolg gehabt.
Doch wenn Eva Omander, heute Golfstore-Proette, ihre beste Golferinnerung benennen soll, dann ist die Wahl offen. Wenige Dinge sind besser als das Golfen mit Tochter Emilia.
„Ich habe das Spielen mit meiner Mama nicht so sehr genossen. Ich war jung und habe alles für gegeben hingenommen. Doch rückblickend finde ich jetzt, dass es cool war, denn sie spielte ja auch ziemlich gut, und wenn ich jetzt mit meiner Tochter spiele, dann genieße ich das sehr. Golf ist ein fantastischer Sport, den man mit seiner Familie ausüben kann“, sagt sie.
Eva Omanders Golfreise begann im Rya Golfclub vor den Toren Helsingborgs im südlichen Schweden. Dieser Club liegt in einem Gebiet, das bekannt dafür ist, tüchtige Golfer hervorzubringen. Linn Grant ist ein anderer großer Star, der im Club groß geworden ist, und das ein paar Kilometer entfernte nationale Sportgymnasium ist eine echte Talentschmiede, aus der neben Grant auch Ludvig Åberg und Maja Stark hervorgegangen sind.
„Im Sommer befinden sich sicherlich 200-250 Junioren auf Rya. Es ist sehr einfach, mit dem Fahrrad oder zu Fuß dorthin zu kommen, und die Nähe ist meiner Meinung nach entscheidend“, sagt Eva, die selbst aufs Sportgymnasium ging, nachdem sie sich auf Rya in das Spiel verliebt hatte.
„Ich glaube, der Schlüssel liegt darin, dass alle die Chance zum Spielen erhalten. In Schweden gibt es auch eine deutliche und ziemlich unkomplizierte Turnierleiter und einen Weg zur Spitze. Es werden auch Trainingslager und Treffen in der Nähe der Wohnorte der Junioren arrangiert. Im Vergleich dazu muss man in Köln, wo ich heutzutage lebe und arbeite, oftmals für jede Trainingseinheit eine oder anderthalb Stunden fahren.
„Dafür hätten meine Eltern in meiner Jugend keine Zeit gehabt.“
Eva beschreibt die Voraussetzungen von Nähe und Zugänglichkeit als Schlüsselfaktoren dafür, dass sie beim Golf hängen blieb und Erfolg hatte. Das führte sie über die Nationalmannschaft zur Ladies European Tour und zu einer Karriere, die in vielerlei Hinsicht parallel zu der von Annika Sörenstam verlief.
„Annika war ein Mädchen, das sein Ding machte und alles einfach hielt. Sie versuchte nicht, Dinge zu tun, die sie nicht bewältigte, sondern spielte Golf ausgehend von ihren Voraussetzungen und vertraute darauf“, sagt Eva.
„Das Leben auf der Tour war auch etwas ganz anderes als heutzutage. Es waren schlechte Hotels und ein ziemlich spartanisches Leben, aber es war unglaublich lustig.“
Nach ihrer Karriere als Spielerin zog Eva nach Deutschland, wo sie heute zusammen mit ihrem Mann Johan drei Golfstore-Shops betreibt. Das Golfen hat mit anderen Worten ihr ganzes Leben geprägt. Und hier endet es nicht. Evas Tochter Emilia kommt ganz nach ihrer Mutter und wird bald den Atlantik überqueren, um an einem College in den USA zu studieren und Golf zu spielen.
Einst hat Eva mit ihrer Mutter Golf gespielt und sie in der Geschicklichkeit übertroffen – und jetzt fühlt es ich irgendwie so an, als würde sich der Kreis schließen.
„Ich kann fast schon sagen, dass Emilia einen Schritt weitergekommen ist als ich. Hier zu Hause wird es leer sein, aber ich bin ziemlich stolz auf sie.“