Es ist nur gut 120 Meter lang. Für einen Weltstar ist das ein einfacher Schlag mit einem Wedge oder einem Eisen-9. Trotzdem hat das 17. Loch auf TPC Sawgrass das furchteinflößendste Hindernis in der Golfwelt. Während der The Players Championship verwandelt sich die kleine Insel in einen Friedhof für Träume – und für teure Golfbälle.
Aber wie viele Bälle landen eigentlich im Wasser? Die Antwort lautet: deutlich mehr, als man denkt – besonders wenn wir „normalen“ Sterblichen die Chance bekommen.
Der Albtraum der Profis: Die Statistik der letzten Jahre
Seit 2003 führt die PGA Tour Statistik darüber, wie viele Bälle auf Loch 17 im Wasser landen. Der Wind „wirbelt im natürlichen Amphitheater“ und bringt selbst die Besten aus dem Konzept.
Hier ist die „Erntebilanz“ der letzten Jahre bei der The Players Championship:
- 2021: 66 Bälle (eine der windigsten Turniere, bei der Byeong Hun An allein vier Bälle auf demselben Loch im Wasser versenkte)
- 2022: 64 Bälle (chaotisches Wetter führte dazu, dass die Profis insgesamt 44 Ergebnisse erzielten, die ein Doppelbogey oder schlechter waren).
- 2023: 58 Bälle (ein Jahr, in dem es auch drei (!) Hole-in-Ones im selben Turnier gab – eine Erinnerung an die extremen Gegensätze des Lochs).
- 2024: 39 Bälle (eine etwas freundlichere Zahl, aber immer noch fast zehn Bälle pro Tag).
- 2025: 39 Bälle (identisch mit dem Jahr davor).
Seit Beginn der Messungen im Jahr 2003 wurden über 1 060 Bälle von den Profis während der Turnierwoche ins Wasser geschlagen. Der Rekord aus dem Jahr 2007 mit 93 Bällen steht noch immer, aber der Durchschnitt liegt stabil bei etwa 50 Bällen pro Turnier.
Der massive Ballverlust der Hobbygolfer
Wenn die Profis zittern, gehen die Amateure unter. TPC Sawgrass ist ein offener Resortplatz, auf dem jeder spielen kann (wenn man bereit ist, die saftige Greenfee von fast 1.000 € zu bezahlen).
- 100 000 Bälle pro Jahr: Es wird geschätzt, dass das Platzpersonal jedes Jahr rund 100 000 Golfbälle aus dem See rund um das 17. Grün fischt. Einige Quellen nennen sogar Zahlen von bis zu 120 000 Bällen.
- 3-4 Bälle pro Spieler: Wenn man die Anzahl der gespielten Runden auf dem Platz berücksichtigt, bedeutet das, dass der durchschnittliche Hobbygolfer 3 bis 4 Bälle ins Wasser schlägt, bevor er entweder das Grün trifft oder aufgibt und weitergeht.
- Der Hacker-Test: In einem Experiment ließ man 95 gewöhnliche Amateurgolfer ihr Glück versuchen. Das Ergebnis? 102 Bälle landeten an nur einem Tag im Wasser. Allein zehn der Spieler waren für über 30 dieser Wassertreffer verantwortlich.
Warum ist es so schwierig?
Es ist nicht die Länge, die einen zum Scheitern bringt, sondern die mentale Herausforderung. Der Golfplatzarchitekt Pete Dye erschuf (nach einer Idee seiner Frau Alice) einen visuellen Albtraum. Es gibt keinen Ort, an dem man sicher „verfehlen” kann.
Für einen Amateur mit Handicap 15 liegt die Chance, das Grün vom Abschlag auf Loch 17 zu treffen, laut Daten von Arccos tatsächlich nur bei 20–30 Prozent. Vergleicht man das mit einem normalen Loch aus derselben Distanz, bei dem das Grün nicht von Wasser umgeben ist, trifft derselbe Golfer das Grün deutlich häufiger. Der Unterschied? Reine Angst.
Wie würdest du diese Herausforderung meistern?