Wirfst du einen Blick in die Bags der Tourprofis, wird schnell deutlich, wie viel sich verändert hat. Die Ausrüstung – und die Art und Weise, wie die Profis ihre Schläger zusammenstellen – unterscheidet sich deutlich von noch vor wenigen Jahren. Anspruchsvolle Blade-Eisen und das klassische Setup mit nur zwei Hölzern gehören zunehmend der Vergangenheit an. Fehlerverzeihende Driver, Mini-Driver, Fairwayhölzer mit höherem Loft und individuell zusammengestellte Eisensätze werden dagegen immer häufiger – ebenso wie das Fitting von Wedges und Golfschuhen.
In der neuesten Folge des The Golfstore Podcast sprechen wir über die aktuell spannendsten Trends. Trends, die zeigen, wie clevere Entscheidungen bei der Ausrüstung dir helfen können, besser Golf zu spielen.
Hier sind die Trends, die du kennen solltest.
Extrem fehlerverzeihende Driver
Driver werden immer leichter spielbar – und genau das wünschen sich Golferinnen und Golfer aller Spielstärken. Das Prestige, das anspruchsvollste Modell zu spielen, spielt heute längst nicht mehr die gleiche Rolle. Viele– vom Tourprofi bis zum ambitionierten Clubgolfer – legen heute größten Wert auf maximale Stabilität und hohe Fehlerverzeihung.
Länge ist gut – aber Birdies machst du vom Fairway.
Ein gutes Beispiel dafür ist die neue GTS-Serie von Titleist. Hier sprechen wir über eine Marke, die sich historisch vor allem an bessere Golfer richtete, sich aber nach und nach zu einer Marke für alle entwickelt hat. Durch den Einsatz ultraleichter Materialien und einer ausgeklügelten Gewichtsverteilung ist es Titleist gelungen, die Masse an Positionen zu verlagern, die den Schlägerkopf im Treffmoment deutlich stabiler machen. Die Technologie hilft dem Ball, Geschwindigkeit und Richtung auch dann beizubehalten, wenn du den Ball außerhalb des Sweetspots triffst – ein Vorteil für Golfer aller Spielstärken.
Individuell zusammengestellte Combo-Sets für deine Anforderungen
Die Zeiten, in denen jeder einen Standardsatz von Eisen 4 bis Pitching Wedge kaufte, sind vorbei.
Heute werden Eisensätze immer häufiger individuell auf die Bedürfnisse des Spielers abgestimmt. Dadurch kann ein und dieselbe Bag verschiedene Schlägerkopftypen enthalten. Es ist heute keineswegs ungewöhnlich, Blade-Eisen im 9er-Eisen und Pitching Wedge für maximales Gefühl und Kontrolle zu spielen, anschließend auf fehlerverzeihende Cavity-Back-Eisen in den mittleren Eisen zu wechseln und bei den langen Eisen auf Hollow-Body-Konstruktionen zu setzen, um maximale Flughöhe und Carry zu erzielen.
Zero-Torque-Putter
Einer der größten Trends auf dem Grün der vergangenen Jahre sind sogenannte Zero-Torque-Putter.
Herkömmliche Putter neigen von Natur aus dazu, sich während der Puttbewegung zu öffnen oder zu schließen. Das passt zu manchen Golferinnen und Golfern, aber längst nicht zu allen. Die Zero-Torque-Konstruktion wurde entwickelt, um die Rotation des Schlägerkopfes während der Puttbewegung zu minimieren. Dadurch kann vielen Spielern geholfen werden, die Schlagfläche während der gesamten Bewegung stabiler zu halten.
Ein einfacher Weg, das Prinzip zu verstehen, ist, den Putter waagerecht auf einem Finger auszubalancieren. Ein herkömmlicher Putter dreht sich dabei häufig so, dass die Spitze des Schlägerkopfes nach unten zeigt, während sich ein Zero-Torque-Putter in der Regel nicht verdreht.
Das 7er-Holz – die neue Lieblingswaffe
3er- und 4er-Eisen werden immer seltener – sowohl bei ambitionierten Freizeitgolfern als auch bei ernsthaften Turnierspielern.
Stattdessen sind 7er-Hölzer und Fairwayhölzer mit noch mehr Loft sowohl auf der Tour als auch im Golfshop zu echten Trendprodukten geworden. Ja, du hast richtig gelesen. Selbst viele der besseren Spieler haben erkannt, dass Fairwayhölzer mit höherem Loft deutlich leichter zu spielen sind, einen höheren Abflugwinkel erzeugen und es erleichtern, den Ball selbst aus großer Distanz weich auf dem Grün landen zu lassen.
Das Fairwayholz mit höherem Loft ist jedoch nicht immer die richtige Lösung. Spielst du häufig Links-Golf, kann ein Driving Iron nach wie vor die bessere Wahl sein. Überlege dir in diesem Fall aber, welcher Schläger dafür seinen Platz im Bag räumen soll. Vielleicht möchtest du die Flughöhe eines 7er-Holzes bei Rückenwind trotzdem nicht missen.
Zielorientiertes Fitting – jeder Schläger muss seinen Platz im Bag verdienen
Custom Fitting hat sich von einer reinen Optimierung der Schlaglänge zu einem deutlich zielorientierteren Ansatz entwickelt. Dein Pro kann die Ausrüstung individuell auf dich abstimmen – entweder, um deine Technik langfristig zu verbessern, oder damit du hier und jetzt das Maximum aus deinem Spiel herausholen kannst.
Betrachtet man die Schläger, die tatsächlich einen Platz im Bag bekommen, sollte jeder einzelne eine klar definierte Aufgabe erfüllen. Es sollte keine zwei Schläger geben, die nahezu das Gleiche leisten. Ein klassisches Beispiel ist die Lücke zwischen Driver und 3er-Holz oder zwischen dem längsten Eisen und dem nächsten Hybrid oder Fairwayholz.
Ein erfahrener Pro sorgt dafür, dass du die richtige Kombination aus Schlaglänge, Abflugwinkel und Spin erhältst, sodass jeder Schläger eine eindeutige Funktion erfüllt – und seinen Platz im Bag tatsächlich verdient.
Mini-Driver sind gekommen, um zu bleiben
Der Mini-Driver ist einer der spannendsten Ausrüstungstrends der vergangenen Jahre.
Dabei handelt es sich um einen Schlägerkopf, der kleiner ist als ein klassischer Driver, aber deutlich größer als ein 3er-Holz – kombiniert mit einem etwas kürzeren Schaft. Das Ergebnis ist ein Schläger, der eine spannende Mischung aus der Länge eines Drivers und der Kontrolle eines 3er-Holzes bietet.
Beim The Masters war der Mini-Driver auf den Bahnen 8, 10 und 13 eine beliebte Wahl. Dort möchten rechtshändige Spieler vom Tee häufig einen Draw schlagen – etwas, das sich für viele mit einem Mini-Driver leichter umsetzen lässt als mit einem modernen „klassischen“ Driver.
Custom Fitting für Wedges
Bei Wedges schauen wir heute längst nicht mehr nur auf den Loft.
Heute geht es vor allem darum, die Sohle des Schlägers an deinen Schwung und an die Platzbedingungen anzupassen, unter denen du am häufigsten spielst. Durch das Testen verschiedener Grinds – also der unterschiedlichen Sohlengeometrien – sorgt dein Pro dafür, dass dein Wedge sowohl zu deinem Schwungtyp als auch zu den Golfplätzen passt, auf denen du überwiegend spielst.
Der richtige Grind sorgt dafür, dass der Schläger kontrollierter durch Gras und Sand gleitet, anstatt sich einzugraben. Das Ergebnis sind ein besserer Ballkontakt, konstantere Balltreffer und dadurch mehr Kontrolle rund um das Grün – was letztlich zu einem niedrigeren Handicap führt.
Schuh-Fitting – für maximale Geschwindigkeit im Schwung
Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir immer mehr sogenannte „Shoe Fittings“ gesehen – ein Bereich, in den mehrere Hersteller stark investieren, allen voran FootJoy und Adidas. Untersuchungen zeigen, dass rund 70 Prozent aller Golfer die falsche Schuhgröße tragen. Gleichzeitig ist klar, dass die richtigen Golfschuhe – mit der passenden Größe und Breite – dir helfen, die maximale Kraft aus deinem Schwung herauszuholen, was wiederum zu längeren Schlägen führt.
Kein Wunder also, dass immer mehr Tourprofis großen Wert darauf legen, genau die Golfschuhe zu tragen, die am besten zu ihnen passen.