Weiche Bälle erhöhen das Feingefühl

Gefühl! Was wir in unserem äußerst gefühlsreichen spiel hervorrufen wollen, ist das Gefühl. Und der Ball soll uns helfen, dieses Gefühl zu erreichen. Der Ballhersteller Wilson weiß, welche Saiten angeschlagen werden müssen. Seit Jahrzehnten ist das Unternehmen führend, wenn es darum geht, weiche Golfbälle mit viel Feingefühl herzustellen.

Dem Erleben des schönen Gefühls gilt unser Streben, wobei Aufgeben und Frust­­ra­tion dies nur verstärken und unterstützen!

Liebe und Sehnsucht zum Spiel sind der Grund, warum es zu Gefühlswallungen kommt. Würden wir das Spiel nicht lieben, hätten wir Drei-Putt-, Fehl- oder Toppschläge niemals wichtig genommen. Wir wären stoisch weitergegangen, ohne die geringste Spur von Erregung. Für jemanden, der das Spiel liebt, ist das richtig tragisch!

Lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf und erleben Sie sie davor, dabei und danach.

Es geht vor allem ums Gefühl. Dieser Ansicht ist auch der Ballhersteller Wilson, der in den letzten 20 Jahren an der Spitze der Entwicklung von Bällen mit extra niedriger Kompression stand.


Frank Simenutti, Entwicklungsleiter bei Wilson in Chicago, hat in ebenso langer Zeit die Kompression in bestimmten Balltypen von Wilson auf unter 30 verringert.

„Wenn man Golfspieler heute fragt, worauf sie bei der Wahl ihres Golfballs besonders achten, antworten die meisten: das Feingefühl! Damit ist für uns das Ziel gesteckt, aber wie schaffen wir Feinge­­­fühl?“

„Wir machen einen Ball, der etwas weicher empfunden wird. Das erhöht das Feingefühl und verleiht dem Spieler ein größeres Selbst­vertrauen, was wiederum zu einem besseren Ergebnis auf der Scorekarte führt, und dies trägt dazu bei, das Spiel mehr genießen zu können“, erklärt Frank Simenutti überzeugend.

Es ist natürlich ein bisschen vage, von Gefühl zu sprechen. Ein subjektives Erleben, möchte man meinen, so individuell, dass man sich kaum zu verallgemeinern traut.

Ich fühle eine Sache – du eine andere. Wir Golfer können uns sicherlich dennoch darauf einigen, dass gerade der Begriff Feingefühl bei oder für einen Ball bei uns allen in etwa dasselbe meint.

Um zu verstehen, worum es dabei geht, müssen wir wissen, was Kompression beinhaltet und was sie für Flugbahn und Rollen bedeutet.

Es gibt bekanntlich eine Menge verschiedener Arten von Golfbällen, die unterschiedlich hart komprimiert sind. Ein gering komprimierter Ball nimmt beim Treffen auf den Schläger eine größere Fläche in Anspruch. Ganz einfach, weil ein weicher Ball stärker zusammengedrückt wird als ein Ball mit hoher Kompression. Er wird also nicht nur weicher erlebt, er ist es auch tatsächlich. Doch hat die Kompression eigentlich etwas damit zu tun, wie weit der Ball fliegt? Viele Spieler glauben, dass man einen Ball mit hoher Kompression benötigt, also einen harten Ball, um weiter zu schlagen. Doch dem ist nicht so, meint Frank Simenutti:

„Ein korrekt gefertigter und richtig designter Ball mit geringer Kompression lässt sich ebenso weit und sogar weiter als ein Ball mit hoher Kompression schlagen. Was wir mithilfe eines Balls mit niedriger Kompression machen, ist das Fairway zu verbreitern – den Schlag ganz einfach gerader und weiter zu machen."

Es ist also ein Mythos, dass weiche Bälle weniger weit fliegen. Woran Frank und seine Truppe in Chicago gerade arbeiten, ist ein weicher Ball mit viel Feingefühl, ausreichend Spin und der richtigen Anzahl Dimples.

„Die meisten Spieler spüren nicht, wie viel Spin in dem einen oder anderen Ball steckt. Und Hand aufs Herz: Sie benötigen auch nicht mehr Spin. Je mehr Spin ein Ball hat, desto höher ist das Risiko für Slice und Hook, was Spielern mit hohem Handicap natürlich nichts bringt.

Die Dimples jedoch, das Muster des Balls, lassen die Bälle weiter fliegen. Ohne seine kleinen Vertie­­fungen könnte der Ball niemals so weit fliegen, wie er es heute vermag.

„Das ist richtig. Ein Golfball ganz ohne Dimples fliegt höchstens 75 Meter weit“, sagt Frank und erzählt, dass er und seine Kollegen bei Wilson intensiv daran arbeiten, zum einen die richtige Form der Dimples zu finden, aber auch die richtige Anzahl auszuloten. Ein Golfball hat knapp unter oder über 300 Dimples.

Ist das nächste große Ding beim Golfen, dass man mit professioneller Hilfe feststellt, welcher Ball am besten zu mir und meinem Spiel passt? Wir testen unsere Ausrüstung ja immer stärker aus und passen sie an unsere Voraussetzungen an. Diese Frage lässt sich ganz eindeutig bejahen!

Wenn wir bei einem Ball bleiben, der zu unserem Schwung, unserem Tempo und unserer Schwungge­schwindigkeit passt, fügen wir einen weiteren Faktor hinzu, der für die Kontinuität sorgt, auf die wir in so vielen anderen Bereichen Wert legen, um Erfolg im Spiel zu haben. Gleichzeitig werden die Bälle, die wir im Tümpel am 4er oder im Rough am 14er finden, mehr oder weniger uninteressant für uns, sofern wir nicht unseren eigenen Balltyp finden.

„Ja man sollte vielleicht sogar sagen, dass andere Bälle direkt schädlich für das eigene Spiel sein können“, lacht Frank und spinnt seinen Gedankengang weiter.

„Wenn man nämlich mit einem fremden Ball spielt, wird vermutlich auch der eigene Schwung und Rhythmus beeinflusst, und nicht zuletzt läuft man Gefahr, das gute Gefühl zu verlieren, das der eigene Balltyp bietet.“

Wie lang dauert es eigentlich, einen neuen Typ von Ball zu ent­wickeln? Laut Frank Simenutti von Wilson darf man nicht z u unge­duldig sein. Natürlich läuft die Entwick­­lungsarbeit kontinuierlich.

„Unser nächster Ball wird 2018 auf den Markt kommen. Es geht ja auch darum, den Golfern die Chance zu lassen, ihren Lieblings­ball über längere Zeit zu spielen. Es würde die Golfer doch nur verwirren, wenn jedes Jahr neue Bälle kämen. Und man darf auch nicht vergessen, dass wir die von USGA und R&A vorgeschriebenen Regeln einhalten müssen.“

„Wir hätten sicherlich einen Ball herstellen können, der viel weiter hätte fliegen können, wenn wir nicht die Regeln gehabt hätten, die wir einhalten mussten“, berichtet Frank.

Wenn wir von Jahreszahlen sprechen, gibt es eigent­­lich ein physisches Ablaufdatum für Golfbälle?

„Nein, die heutigen Bälle haben eine Lebensdauer von etlichen Jahrzehnten.“ Das Problem ist eher, dass man sie verschlagen hat, ehe sie unbrauchbar werden.

„Ja, und davon leben wir“, lacht Frank Simenutti.


Wilsons 3 ball-typen

Wilson Staff DX2 soft 
Die niedrigste Kompression auf dem Markt, 29, zweiteiliger Ball mit einer Schale aus Surlyn. Minimale Spinrate, die Hook und Slice verringert, doch mit mindestens derselben Weite wie andere Premiumbälle. Geeignet für Spieler mit einem Handicap über 20.

Wilson Staff DX3 spin 
Dreiteiliger Ball, Kompression 35, mit einer weichen Schale aus Surlyn für mehr Spin beim Annäherungsspiel und beim Chippen. Geringerer Spin mit dem Driver. Mindestens dieselbe Weite wie andere Premium­bälle. Geeignet für Spieler mit einem Handicap zwischen 10 und 20.

Wilson Staff DX3 urethane 
Dreiteiliger Ball, Kompression 55, viel Spin mit Eisenschlägern und optimales Feingefühl rund um das Grün. Weniger Spin mit dem Driver für eine geradere Flugbahn. Geeig­­­net für ein einstelliges Handicap.


Wichtige Ereignisse in der Geschichte des Golfballs

Die ersten richtigen Golfbälle wurden bereits etwa 1450 hergestellt. Sie bestanden aus einem Lederbeutel, der mit Wolle oder Haaren gefüllt und dann zugenäht wurde. Die Schwierigkeit bestand darin, den Ball rund zu bekommen.

Eine große Verbesserung war das Befüllen des Beutels mit Federn. Das ergab einen elastischeren, runderen und festeren Ball, mit dem man weiter schlagen konnte. Der Federball veränderte sein Aussehen bis in die 1880er Jahre kaum.

1846 kam der Guttaperchaball aus Gummi des Guttapercha­baums. Wenn man den Gummi erhitzte, konnte man ihn zu Bällen formen, und mit der Zeit versah man die Oberfläche mit Mustern, die die Bälle weiter fliegen ließen.

Die nächste große Erfindung war der Ball mit einem Kern aus gewickelten Gummifasern, die von einer Schale aus Guttapercha umschlossen wurden. Haskell ließ sich diese Art der Herstellung 1898 patentieren. Mit verfeinerten Methoden, doch nach demselben Prinzip, wurden die Bälle bis 1970 hergestellt.