Schläger nur für sie gemacht

Wenn sie neue schuhe kaufen, probieren sie aus, wie sie sitzen und wie sie sich beim gehen anfühlen. Stellen sie sich vor, sie würden das auch tun, wenn es um ihre golfschläger geht! 

Als Golftrainer ist Deutlichkeit eine der wichtigsten Eigenschaften. Und wenn es um das Custom Fitting geht, kann man es nicht deutlicher ausdrücken als so: „Sie werden Ihr Potenzial nie voll ausspielen, wenn Sie nicht mit Schlägern spielen, die auf Ihre physischen Voraussetzungen optimiert sind.“ Sie können den Golfplatz mit einem Satz Standardschläger absolvieren, den Sie in einem Kaufhaus gekauft haben, sogar mit einem ganz ordentlichen Score. Doch mit maßgeschneiderten Schlägern hätten Sie mit Sicherheit noch besser gespielt.

Die weltbesten Sportler in Individualsportarten kaufen keine Schläger vom Ständer eines Kaufhauses. Sie wenden sich an ausgebildete Fachleute, um sie sich auf Maß schneidern zu lassen. „Ja, klar“, sagen Sie jetzt vielleicht, „aber ich bin ja auch kein Profi. Für mich spielt das keine so große Rolle, womit ich spiele. Mein Schwung ist ungleichmäßig, und meine Treffgenauigkeit ist unregelmäßig.“ Sagen Sie. Umso wichtiger ist es, mit der besten Ausrüstung zu spielen, die Sie bekommen können, sage ich.

Henrik Stenson würde gegen Sie vermutlich ein Match gewinnen, auch wenn er mit einem für ein 12-jähriges Mädchen gemachten Juniorsatz spielte. Er würde mit diesen Schlägern hingegen nicht The Open gewinnen. Er hätte nicht einmal die Qualifikation geschafft. Doch Sie wären chancenlos gegen ihn. Ein guter Spieler kann seine Technik verändern, sie an die Schläger anpassen, was ein schlechterer Spieler nicht kann. Ein Amateur, der glaubt, dass die Ausrüstung keine Rolle spielt, weil „die Treffgenauigkeit so unregelmäßig ist“, kann ja mal eine Runde mit einem Juniorsatz für Mädchen spielen (wenn Sie ein Mann sind). Als Frau versuchen Sie mal, mit Henrik Stensons Schlägern zu spielen. Der Ball würde nicht einmal abheben.

Die Pointe ist: Die Ausrüstung spielt eine Rolle. Besonders für einen Amateur. Viele glauben, dass es bei einem Custom Fitting darum geht, mit dem Driver so weite Schläge wie möglich zu schlagen. Und das stimmt teilweise auch. Doch beim Custom Fitting geht es auch darum, den korrekten Abstand zwischen Ihren Hölzern und Hybridschlägern zu finden sowie zu entscheiden, welches Eisen Ihr längster Schläger sein soll, welche Gradzahl Ihre Wedges haben sollen und wie dick der Griff sein soll. Sowie bei Bounce, Lie, Schaftlänge, Flex und Sohlenbreite das jeweils Passende zu finden.

Geht man von der Schlägergeschwindigkeit aus, sollte ein männlicher Amateur den Ball ebenso weit schlagen, wie ein weiblicher Profi auf der amerikanischen Damentour. Das tun sie aber nicht. Im Schnitt liegt der Unterschied bei fast 20 Metern zugunsten der Damen. Wie kann das sein? Ja, die Damen auf der LPGA sind außerordentlich gut darin, alle Werte zu optimieren, um jeden möglichen Zentimeter aus ihrer Schlägergeschwindigkeit herauszuholen und eine maximale Tragweite zu erhalten. Ein deutliches Beispiel dafür, was Custom Fitting in der Praxis bedeutet. Eine Golfstore Custom Fitting Lesson™ ist ein Prozess, der auf kurze wie auf lange Sicht Ergebnisse bringt. Es ist auch kompliziert, weshalb wir auch mit Nachdruck empfehlen, dass Sie zu einem Golfstore-Pro gehen, um Ihre maßgeschneiderten Schläger machen zu lassen. 

Moderne Golfschläger haben sich im Laufe von nur wenigen Jahren enorm entwickelt. Viele dieser neuen Technologien können Ihnen wirklich helfen, sowohl gerader als auch weiter zu schlagen. Doch um sie ausnutzen zu können, ist es erforderlich, dass Sie sie auf sich anpassen lassen. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass Sie das Potenzial der Schläger nicht voll ausnutzen. Um Schläger auf Maß zu schneidern, benötigt man Fachkenntnisse. Als Pro weiß ich, dass Ihre Schwungtechnik entscheidet, welche Schläger Sie benötigen. Es kann aber auch umgekehrt sein. Die Schläger, die Sie haben, beeinflussen Ihre Art zu schwingen. Und genau diese Symbiose ist wichtig. 

In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass ein Test im Freien stattfinden muss, wo Sie den Ball fliegen sehen können und wo Sie schwingen können, ohne dass vier Wände Ihren Schwung und die Ballflugbahn einschränken. Manch einer meint ja, dass man einen Test in einem Raum durchführen kann, doch da stolpert man über die eigene Torheit – Golf spielt man im Freien! Wir spielen bei Sonne, Regen, Nebel, Dämmerung und böigem Wind. Der Computer hält Daten über Ihren Schwung bereit, doch das Gefühl für den Schlag bekommen Sie, wenn Sie den Ball fliegen sehen. Ein Trackman kann Geschwindigkeit, Spinrate und Ausgangswinkel berechnen. Doch er ersetzt den Flug des Balls durch die Luft nicht. Sie schwingen nämlich anders, wenn Sie den Ball fliegen sehen.

Ein geübtes Auge ist ebenso wichtig wie die Maschinen. Der Fitter kann der Ansicht sein, dass die Ballflugbahn gut ist, doch wenn Sie selbst der Meinung sind, dass sie zu flach ist, beginnen Sie zu kompensieren, um den Ball hoch in die Luft zu bekommen. Das beeinflusst Ihre Technik. Passiert das in einem Raum, werden Sie das erst merken, wenn Sie die Schläger mit hinaus auf den Platz nehmen. Da ist es zu spät. Daher: Machen Sie das Fitting unter echten Bedingungen bei Ihrem Golfstore-Pro.


Die Schlüssel zu ihrem schwung

Alle Golfstore-Pros verwenden heutzutage entweder einen Trackman oder ein Flightscope, wenn sie ein Custom Fitting durchführen. Ein Dopplerradar misst ihren Schwung bis ins kleinste Detail und sorgt dafür, dass Sie Werte erhalten, wie unterschiedliche Schlägerkombinationen funktionieren, wenn Sie schlagen. Hier sind einige der Schlüsselfaktoren, die Ihrem Custom Fitting zugrunde liegen. 

SPINRATE
Die Spingeschwindigkeit sagt aus, wie stark der Golfball rotiert, nachdem Sie ihn geschlagen haben. Wie stark der Spin des Golfballs nach dem Treffen ist, hat Einfluss auf Höhe und Weite des Schlags. Daher möchte man gern eine niedrige Spinrate haben, vor allem bei windigem Wetter. Man möchte gern eine hohe Spinrate vermeiden, wenn man mit langen Schlägern schlägt, vor allem in den Wind hinein. Mehr Loft ergibt mehr Spin.

AUSGANGSWINKEL
Der Winkel, den der Ball im Verhältnis zum Boden hat, wenn er das Schlägerblatt verlässt. Der Ausgangswinkel wird (dynamisch) beeinflusst durch Loft, Schlägergeschwindigkeit und Ballgeschwindigkeit und hat großen Einfluss auf Weite und Höhe des Schlags.

TRAGWEITE
Die Distanz, die der Ball in der Luft zurücklegt. Diese Zahl ist wichtig, wenn Sie Ihr Spiel planen wollen, da es darum geht, wie weit jeder Schläger geht. Ballgeschwindigkeit, Ausgangswinkel und Spinrate beeinflussen die Tragweite des Balls.

BALLGESCHWINDIGKEIT
Die Geschwindigkeit des Balls unmittelbar nach dem Verlassen des Schlägerblatts. Die Ballgeschwindigkeit wird beeinflusst durch die Schlägergeschwindigkeit und den Punkt auf dem Schläger, wo der Ball getroffen wird. Ein Treffer im Sweetspot ergibt eine höhere Geschwindigkeit. Treffen Sie den Ball zu steil oder zu flach, hat dies einen negativen Einfluss auf die Ballgeschwindigkeit. Erhöhen Sie die Ballgeschwindigkeit mit Ihrem Driver um 1 mph (miles per hour), erhalten Sie zwei Meter mehr an Länge.

SCHLÄGER-GESCHWINDIGKEIT
Die Geschwindigkeit des Schlägers, wenn Sie den Ball treffen, hat Einfluss auf die Weite des Schlags. Die Geschwindigkeit wird gemessen, kurz bevor der Schläger den Ball trifft. Ziel ist es, die Energie der Schlägergeschwindigkeit auf den Ball zu übertragen. Eine normale Schlägergeschwindigkeit liegt bei etwa 95 mph.

DYNAMISCHER LOFT
Der Loft, den der Schläger hat, wenn er den Ball trifft. Der dynamische Loft ist nicht der Loft des Schlägers, sondern wird beeinflusst von Angriffswinkel, Schaftflex, ob das Blatt offen oder geschlossen ist sowie davon, wie die Handgelenke des Golfers den Schlag freigeben. Wenn Sie beim Treffen des Balls einen zu hohen dynamischen Loft haben, fliegt der Ball zu hoch und verringert die Weite des Schlags. Ein zu geringer dynamischer Loft ergibt flache Schläge.

ANGRIFFSWINKEL
Die Richtung des Schlägerblatts im Treffmoment: Ist das Blatt auf dem Weg nach unten oder nach oben? Wenn Sie den Ball vom Boden spielen, müssen Sie einen negativen Angriffswinkel haben. Dann treffen Sie den Ball, ehe Sie den Boden treffen. Um mit dem Driver weit zu schlagen, müssen Sie den Ball auf dem Weg nach oben treffen – ein positiver Angriffswinkel.

SCHWUNGLINIE
Bei der Schwunglinie geht es um die Richtung, den der Schläger hat, wenn er sich zum Treffen des Balls bewegt. Trainer beschreiben dies üblicherweise als „von innen nach außen“ oder „von außen nach innen“. Ein positiver Wert gibt an, dass der Schläger sich beim Schlagen nach rechts vom Ziel bewegt („von innen nach außen“). Ein negativer Wert bedeutet, dass der Schläger sich nach links vom gedachten Ziel bewegt („von außen nach innen“). Um einen geraden Schlag zu machen, muss der Wert Null sein.

SCHLÄGERBLATTWINKEL
Der Schlägerblattwinkel gibt an, wie das Schlägerblatt zeigt, wenn Sie den Ball treffen. Man spricht von einem offenen oder geschlossenen Schlägerblatt. Ein positiver Wert gibt an, dass das Schlägerblatt offen ist. Es zeigt also im Treffmoment nach rechts vom Ziel. Der Ball beginnt also in die Richtung zu fliegen, in die das Blatt beim Treffen zeigt.