Norwegischer Geistesblitz war der Anfang des Solheim Cups

 

Es war ein in die USA ausgewanderter Norweger notwendig, um Millionen von Golfern in der ganzen Welt das Leben leichter zu machen. Karsten Solheim, Schuhmachersohn aus Bergen, hatte Probleme beim Putten. Einen neuen Putter kaufen? Nein, selbst ein neues Modell herstellen!


Und mit zwei Eisstäbchen und zwei Stück Würfelzucker ging er das Problem an! Die Eisstäbchen legte er parallel hin und den Würfelzucker an den Enden dazwischen, und mit dieser Skizze fand er eine Lösung.

Das Gewicht musste nämlich zwischen Spitze und Ferse des Schlägerkopfes verteilt werden, indem man ganz einfach den Schaft in der Mitte befestigt. Auf diese Weise sollte er die Anzahl missglückter Putts auf ein Minimum verringern, erinnert sich Karsten.In den 1960er-Jahren begann er in seiner Garage in Phoenix, Arizona, mit der Herstellung. Wenn man den Ball richtig traf, sollte man außerdem einen leisen Ton hören, ungefähr wie: Ping! So muss es klingen, dachte Karsten Solheim!

Als der amerikanische Golfstar Julius Boros 1967 die Phoenix Open mit Solheims Putter gewann, war sein Glück perfekt. Alle wollten den neuen Putter ausprobieren.

25 Jahre Solheim Cup

Karsten Solheim kündigte seine Stelle bei General Electric und begann mit der Herstellung von Spitzen-Fersen-Schlägern, die Ping! machten, wenn man den Ball richtig traf, was häufiger gelang als mit anderen Schlägern. Das bedeutete, dass andere Hersteller schnell folgten, und heute sind die perimetergewichteten Schläger eigentlich Standard.

 

Aufgrund des Erfolgs wurden Karsten Solheim und Ping große Sponsoren der LPGA-Tour. Ende der 1980er Jahre dachte er darüber nach, wie man für die Damen etwas Ähnliches wie den Ryder Cup der Herren schaffen könnte. Die besten Damen der USA sollten alle zwei Jahre auf die besten aus Europa treffen. 1990 wurde der Solheim Cup erstmals auf Lake Nona in Florida ausgespielt. Die USA errangen u. a. mit Nancy Lopez und Beth Daniel einen Kantersieg mit 11,5 zu 4,5. Zwei Jahre später erhielt Europa Revanche. Laura Davies und Liselotte Neumann waren zwei der bekanntesten europäischen Spielerinnen.„Karsten liebte das Damengolf“, erzählt sein Sohn John, dem heutigen Leiter von Ping.

Der Solheim Cup hatte als Ziel, das Damengolf zu stärken, und in diesem Jahr feiert der Cup sein 25-jähriges Jubiläum – mit einer schwedischen Spiel­führerin, Carin Koch.

„Spielführerin zu sein, ist natürlich eine große Ehre und eine hohe Verantwortung“, sagt Carin Koch.

„Wir sind voller Energie und wollen unbedingt Europas dritten Sieg in Folge erringen.“

Unzählige Male hören wir, welch tolles Gefühl es ist, für eine Mannschaft zu spielen. Wie der Zusammenhalt innerhalb einer Mannschaft die Moral und das Selbstwertgefühl stärkt und die Spielerinnen zu Leistungen antreibt, die sie selbst nicht für möglich gehalten haben.

„Wir sind ja meist allein auf einer Bühne, in einer Arena, in der wir nur auf uns selbst Rücksicht nehmen müssen. Beim Solheim Cup ist es anders. Wir Europäerinnen sind gut im Mannschaftssport.

Ich denke, dass wir uns nicht anstrengen müssen, um ein starkes Mannschaftsgefühl zu erzeugen, und das ist toll“, sagt Carin Koch.

Nervenaufreibende Veranstaltungen

Im Herbst ist es also wieder so weit, diesmal in St. Leon-Rot in Baden-Württemberg. Carin Koch ist der Ansicht, dass die Clubs in Europa ihren jungen, guten Spielerinnen die Gelegenheit geben sollten, dorthin zu fahren, um an Ort und Stelle die Atmosphäre zu spüren, damit die Träume, irgendwann einmal selbst bei der Entscheidung um diese nervenaufreibenden Veranstaltungen mitzuspielen, neue Nahrung erhalten.

Wir erinnern uns an jenen denkwürdigen Herbsttag im Jahr 2000 auf Loch Lomond in Schottland, als der schwedische Solheim Cup-Rookie, Carin Koch, auf dem 17. Grün vor einem Putt stand, der – wenn sie ihn versenkte – den Sieg für Europa bedeuten sollte.

„Ja, ich wusste, dass der wohl entscheiden würde“, erzählt Carin. Ich hatte gerade den Jubel vom 18. Loch gehört, wo Catrin Nilsmark zum Sieg ein­gelocht hatte.“

„Es hatte sehr viel Bedeutung. Die Freude, zur Mannschaft zu gehören, führt dazu, dass man gar nicht richtig nervös werden kann. Die vier Male, die ich beim Solheim Cup dabei war, habe ich mein bestes Golf gezeigt.“

Es wurden zehn Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen. Eine Serie, die sie im Zusam-menhang mit dem Solheim Cup an die Spitze führte. Jetzt ist sie also Spielführerin, und an ihrer Seite hat sie u. a. ihre Stellvertreterin Annika Sörenstam und ferner Fanny Sunesson – da können wir nur an einen Sieg glauben!

Der Putt von damals, auf Loch Lomond im Jahr 2000? Er war vier Meter lang, und Carin lochte ein, ohne auch nur zu zucken, und vielleicht hörte der wirklich aufmerksame Zuschauer den leisen Ton, der entsteht, wenn man einen Putt perfekt trifft…